Erträge nachwachsender Ressourcen ab „peak rate year“ rückläufig

(15.01.15; Asshoff) UFZ (Leipzig), Yale University und Michigan State University: Nachwachsende Ressourcen nur begrenzt nutzbar
In einem gemeinsamen multidimensionalen Forschungsprojekt ermittelten Wissenschaftler der renommierten Forschungseinrichtungen solche Zeitpunkte, zu denen so genannte „erneuerbare Ressourcen“ ihre höchsten Produktionsraten hatten. Aus der Annahme einiger Experten scheint nun Gewissheit geworden zu sein, dass „erneuerbar“ nicht mit „unendlich“ gleich gesetzt werden kann. So haben ausgewählte erneuerbare Ressourcen lt. der Veröffentlichung in der Nature einen peak rate year, ab dem die Produktionsraten (Ernte, Produktion oder Fang) ihre maximale Steigerungsrate überschritten haben.

Ähnliches verbirgt sich hinter dem Begriff des peak oil, also dem Zeitpunkt, ab dem Förderung und Verbrauch von Erdöl (Förderrate) wegen drohender Endlichkeit kritisch zu werden beginnen.

Auf Basis standardisierter statistischer Methoden zur Analyse von Zeitreihen gelang die Identifizierung eines Zeitfensters von peak rate yaer zwischen 1988 und 2008, innerhalb dessen 16 von 20 erneuerbaren Ressourcen ihre höchste Steigerungsrate der jeweiligen Nutzbarkeit überschritten haben. Für diese synchronen Maxima in einem vergleichsweise kleinen Zeitfenster gilt die Erklärung, dass steigender Nahrungsmittelbedarf durch Bevölkerungszunahme sowie immer weniger verfügbare Ackerflächen zusammentreffen. Zugleich kann durch Intensivierung der ackerbaulichen Nutzung nur noch wenig Steigerungen erzeugt werden. Auch der Einsatz von veränderten Zuchtmethoden sowie eine Steigerung gentechnisch veränderter Organismen kann nach Expertenmeinung nur etwa ein bis zwei Prozent Ertragssteigerung pro Jahr erbringen.

Das bedeutet: Durch das Erreichen von Ertragsgrenzen bei nachwachsenden Ressourcen ist ein generelles Umdenken für den Bereich allgemeiner Entwicklung zwingend notwendig. Bisherige Annahmen über die Unerschöpflichkeit nachwachsender Ressourcen sind nicht weiter haltbar. So stellen sich insbesondere für Akteure aus Politik und Wirtschaft neue Herausforderungen. Gleichzeitig werden Substitutionsmöglichkeiten für die Bedarfsbefriedigung zunehmend geringer. Ein Kurswechsel in Richtung Anstieg von Ressourceneffizienz und global ausgerichteter nachhaltiger Entwicklung erweist sich als notwendig.
Diese Erkenntnis wird auch den Bereich der „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) betreffen und den Wert ebensolcher deutlicher werden lassen.

Quellen:
1.) Seppelt, R., A. M. Manceur, J. Liu, E. P. Fenichel, and S. Klotz. 2014. Synchronized peak-rate years of global resources use. Ecology and Society 19(4): 50. 

2.) Umweltforschungszentrum (UFZ): Pressemitteilung vom 14. Januar 2015. Nachwachsende Ressourcen kommen an ihre Grenzen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Georgetta Lipsey (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:12)


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    Wanda Hartmann (Freitag, 03 Februar 2017 03:11)


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