Beiträge zu nachhaltiger Entwicklung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Hier finden Sie in unregelmäßigen Abständen einige Anmerkungen und Beiträge zu Themenfeldern, die allesamt mit nachhaltiger Entwicklung in Verbindung stehen.

LIFE-Projekt: EU will Verlust der Artenvielfalt mit LIFE-Projekt stoppen

Mit dem länderübergreifenden LIFE-Projekt fördert die EU jetzt verschiedene Programme, die den Verlust wertvoller Naturräume mit ihrer Artenvielfalt endgültig stoppen soll. Typische atlantische Sandlandschaften werden mit dem Förderprogramm in NRW und Niedersachsen unter Schutz gestellt. 

Über 15 Millionen Euro stehen den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in den nächsten zehn Jahren zur Verfügung, um in der Atlantischen Region Deutschlands ursprüngliche Sandlandschaften wieder herzustellen oder typische Tierarten in ihrem natürlichen Vorkommen zu stärken. Zentrale Punkte auf der Projektagenda sind zum Beispiel vorhandene Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer zu optimieren bzw. zu renaturieren und zugleich die Bestände dort lebender Fokusarten, wie zum Beispiel Knoblauchkröte, Laubfrosch und Kammmolch abzusichern.

In Ibbenbüren gab NRW-Umweltminister Johannes Remmel den Startschuss für das LIFE-Projekt und betonte in seiner Auftaktrede, "Der Erhalt der Biodiversität ist eine zentrale Aufgabe menschlicher Daseinsvorsorge und neben dem globalen Klimawandel, die große umweltpolitische Herausforderung unserer Zeit." Dabei wurde auch die neuartige gebiets- und länderübergreifende Zusammenarbeit gelobt, die nicht nur auf den Schutz von einzelnen Arealen abzielt, sondern ganze Regionen grenzüberschreitend umfasst. Um sich ein genaues Bild über den Status der Natur in der EU zu machen, wurden in allen europäischen Ländern Daten über den Zustand von Tierbeständen und Lebensräumen gesammelt und bewertet. Dabei wurde jedes Land in sogenannte "biogeografische Regionen"  aufgeteilt. Die Arten können somit in ihren charakteristischen Lebensräumen erfasst und ausgewertet werden. Deutschland ist in drei biogeografische Regionen aufgeteilt: die sehr kleine "alpine Region" im Süden des Landes, die größte "kontinentale Region" in der Mitte sowie die "atlantische Region" die den Nordwesten mit seinen Küstenzugängen und Sandlandschaften einnimmt.

 

 

Die Verantwortung für die geplanten Naturschutzmaßnahmen in der Atlantischen Region durch das LIFE-Projekt liegt bei den jeweiligen Umweltschutzministerien. Unterstützt wird die Umsetzung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) sowie durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

#Aktionstage #Nachhaltigkeit

(4.5.2017) Noch 26 Tage, dann starten die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit 2017. Sie haben jetzt noch die Chance mit Ihrer Aktion dabei zu sein. Tragen Sie dazu einfach Ihre Veranstaltung auf der zentralen Plattform www.tatenfuermorgen.de ein. Alle wichtigen Informationen sowie Materialien zur Bewerbung Ihrer Aktion sind hier für Sie zusammengestellt: www.tatenfuermorgen.de/mitmachen/deutsche-aktionstage-nachhaltigkeit

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit, eine Initiative des Nachhaltigkeitsrates der Bundesregierung, finden vom 30. Mai bis zum 05. Juni 2017 statt. In diesem Zeitraum soll es bundesweit möglichst viele und vielfältige Aktionen geben, die Nachhaltigkeit erlebbar machen.  Jeder kann mitmachen: Vereine, Kirchen, Schulen, Unternehmen, Kommunen, Ministerien, aber auch Privatpersonen. Die einzigen Teilnahmebedingungen: Der Nachhaltigkeitsbezug muss deutlich erkennbar sein und die Aktion muss im Aktionszeitraum stattfinden.
Sind Sie schon dabei? Oder überlegen Sie noch, wie eine Aktion aussehen könnte? Um Ihnen die Organisation zu erleichtern, hat das Team von tatenfuermorgen Aktionsideen und eine Checkliste in einem kleinen Leitfaden zusammengestellt: www.tatenfuermorgen.de/wp-content/uploads/170221_RNE_tfm_Info-Mitmachen_A4_interaktiv.pdf
Für Sie kommt eine Teilnahme in diesem Jahr nicht infrage? Vielleicht kennen Sie jemanden in Ihrem Umfeld, der mitmachen könnte. Dann machen Sie die Person gern auf die Aktionstage aufmerksam. Textbausteine, eine E-Mail-Signatur und weitere Materialien haben wir hier zusammengestellt: www.tatenfuermorgen.de/deutsche-aktionstage-nachhaltigkeit/material/

Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit 2017 - Jetzt Aktionen eintragen

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ruft vom 30. Mai bis 5. Juni 2017 zu den sechsten Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit auf. Ab sofort können Interessierte auf tatenfuermorgen.de eigene Aktionen eintragen. Die Initiative richtet sich an Privatpersonen, Vereine, Unternehmen, Kommunen und andere Gruppen, die sich im Bereich Nachhaltigkeit engagieren.

Die Aktionstage sollen Engagement für Nachhaltigkeit bündeln, öffentlich sichtbar machen und damit zum Mitmachen und Nachahmen anregen. Alle eingetragenen Aktionen sind für Interessierte über den Online-Kalender zur Veranstaltung leicht zu finden. Der Rat für nachhaltige Entwicklung bietet Aktionsvorschläge und Werbematerialien an.

In diesem Jahr stehen die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit im Zeichen der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Das Weltaktionsprogramm Bildung für Nachhaltige Entwicklung leistet einen wichtigen Beitrag, diese Entwicklungsziele umzusetzen: Bildung ist in allen Zielen als Schlüsselfaktor festgeschrieben, Ziel 4 zur „quality education“ bezieht sich explizit auf BNE.

Studie zu nachhaltiger Entwicklung in Lehrwerken zur Volkswirtschaft mahnt Defizite an

Abbildung Bücher vor einer Bücherwand auf einem Tisch
Studie "Didaktische Aspekte der Nachhaltigen Entwicklung in aktuellen VWL-Lehrbüchern in der schulischen Bildung"

Eine neue Studie der Lokalen Agenda Düsseldorf untersucht, inwieweit Fragen der Ressourcenbildung in volkswirtschaftlichen Schulbüchern behandelt werden. Darin zeigt sich, dass Problemstellungen einer nachhaltigen Entwicklung in fast allen Lehrwerken prinzipiell erläutert werden, jedoch erhebliche Defizite zu verzeichnen sind. Denn: Traditionelle ökonomische Modelle bleiben von dieser Einsicht zumeist unberührt. Es herrscht insbesondere ein absoluter Mangel an entsprechenden Fachbegriffen wie „Ressourceneffizienz /-produktivität“, „Rebound-Effekt“, „Suffizienz“ oder „Kreislaufwirtschaft“. Selbst der Begriff des „Recycling“ findet bestenfalls als schemenhafte Idee Erwähnung, ohne dass Wertschöpfungsketten ausführlicher behandelt würden. Des Weiteren fehlt zumeist eine ausführliche Darstellung potentieller Strategien zur Überwindung der „Nicht-Nachhaltigkeit“.

Die Studie "Didaktische Aspekte der Nachhaltigen Entwicklung in aktuellen VWL-Lehrbüchern in der schulischen Bildung" zeigt zugleich, wo volkswirtschaftliche Lehrwerke bereits heute für eine nachhaltige Wirtschaftsbildung nutzbar sind - und wo weiterhin Leerstellen, Widersprüche und veraltete Bildungsinhalte zu finden sind.

Die Studie gibt Anregungen, wie Ressourcenbildung auch bei heute gültigen Bildungsplänen bereits in den VWL-Unterricht integriert werden kann. Gleichzeitig wird deutlich, dass Curricula und die darauf ausgerichtete Schulbuchliteratur dringend einer Überarbeitung im Sinne einer ressourcenleichten Ökonomie bedürfen.

 

Quelle und Download der Studie hier...

RNE beschließt Arbeitsprogramm bis 2019

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat sein Arbeitsprogramm bis 2019 beschlossen. Politische Schwerpunktthemen sind u.a.: Digitalisierung, Finanzierung nachhaltiger Entwicklung (Green Finance), nachhaltige Entwicklung von Städten und Kommunen, Gerechtigkeit steigern, Nachhaltigkeitswissen für Menschen anwendbar machen. Außerdem wird sich der Rat mit der Governance, der politischen Steuerung zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, beschäftigen. 

Die Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen und die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie setzen den Rahmen für die Arbeit des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE).

Der RNE hat in seiner ersten ordentlichen Sitzung sein Arbeitsprogramm für die Mandatsperiode bis 2019 beschlossen. Die Agenda 2030 mit ihren Sustainable Development Goals (SDGs) und die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie setzen den zentralen Rahmen für die Arbeit des Nachhaltigkeitsrates.

„Erfolgreiche Nachhaltigkeitspolitik braucht Weitblick – und manchmal erfordert sie sogar das Zurückstecken eigener, kurzfristiger Interessen“, sagte Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung. „Dieser Tage hört man so oft „America first“ – aber dieser übersteigerte Egoismus wird niemanden weiterführen, auch nicht Amerika. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal an das kluge Versprechen erinnern, welches die UN-Staats- und Regierungschefs 2015 in der Präambel der Agenda 2030 abgegeben haben: „As we embark on this great collective journey, we pledge that no one will be left behind – mit dieser großen Reise, die wir gemeinsam antreten, versprechen wir, niemanden zurückzulassen.“ Für die gemeinsame, erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 werde sich der Nachhaltigkeitsrat in Deutschland und der Welt einsetzen, so Marlehn Thieme.

Politische Schwerpunktthemen: Politische Schwerpunktthemen des Nachhaltigkeitsrates werden in den nächsten zweieinhalb Jahren u.a. sein: Digitalisierung und ihre Gestaltungsmöglichkeiten für die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft; Finanzierung nachhaltiger Entwicklung (Green Finance) – ebenfalls zentrales Thema im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft; nachhaltige Entwicklung von Städten und Kommunen; Gerechtigkeit steigern; Nachhaltigkeitswissen für Menschen anwendbar machen. Außerdem wird sich der Rat mit der Governance, der politischen Steuerung zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung beschäftigen.

  • Der RNE wird sich auch für die rechtspolitische Stärkung des Nachhaltigkeitsgedankens einsetzen.
  • Der Nachhaltigkeitsrat empfiehlt dafür die Aufnahme des Nachhaltigkeitsprinzips in das Grundgesetz.

Diese politische Aufwertung ist aus Sicht des RNE erforderlich, um Defizite bei der Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens anzugehen.

 

Der Rat: Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde erstmals im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Dem Rat gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, Stellungnahmen zum Regierungsentwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen, zur Klimapolitik, zur Rohstoffpolitik und zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die zivilgesellschaftlichen Initiativen von Projekt Nachhaltigkeit, der Strategiedialog zur nachhaltigen Stadtentwicklung mit Oberbürgermeistern, die Impulse Jugendlicher und junger Erwachsener zur kommunalen Nachhaltigkeit und zur deutschen Nachhaltigkeitspolitik sowie Beiträge zur „Green Economy“.

 

Zum vollständigen Arbeitsprogramm 2017-2019:
http://www.nachhaltigkeitsrat.de/der-rat/arbeitsprogramm/2017-2019

 

 

Offshore vor dem Darß?

Nachdem ich mich an der Petition "NEIN zum Offshore-Windpark Gennaker vor dem Fischland-Darss-Zingst" vor einer Stunde beteiligt habe, stehen die Telefone nicht still, Mails über Mails erreichen mich und auch auf Facebook geht die Diskussion entsprechend los. Nun kam die Bitte zu einem kleinen Interview oder einem Statement, der ich mich hiermit in aller Schnelle stellen möchte.

 

 

Ich darf voraus schicken: Die Petition halte ich für berechtigt!

Voran kommt immer wieder die Frage, ob wir Menschen nicht "Ökostrom" nutzen wollen. - Richtig, wir Menschen wollen „Ökostrom“! In diesem Sinne ist jedoch nur diejenige erzeugte Energie mit dem Attribut „öko“ zu versehen, die zum einen wirklich öko (Umwelt) und zum anderen „logisch“ betrachtet als „naturnah/umweltverträglich“ und an der natürlichen Tragfähigkeit (sog. ökol. Belastungsgrenzen) orientiert erzeugt wird. – Diese grundlegenden Bedingungen sind jedoch theoretisch und praktisch für das Projekt nicht erfüllt.

Ein solcher Nearshore-Windpark in dieser neuen Dimension sowohl jedes Bauwerkes (103x H=175m) wie des Projektes insgesamt bedeutet Neuland zu betreten. Das Projekt Gennaker gleicht keinem konventionellen Windpark im bislang üblichen Sinn.

Wir Menschen wollen Ökostrom! Gut! Aber wer sind die Betreiber und welche Ziele werden vorrangig verfolgt? Wer will den Strom erzeugen und warum? Gäbe es nicht alternative Ansätze, die zu verfolgen langfristig sinnvoller erscheint?

Geht es um die Energiewende? – Ich denke nein! Energiewende konkret bedacht heißt nicht vordergründig mehr Energie auf vermeintlich ökologischer Basis zu erzeugen. – Energiewende muss als erstes heißen, den generellen Energiebedarf zu verringern (Effizienz, Suffizienz) und gleichzeitig die Erzeugung, die Speicherung und die Verteilung umweltverträglicher zu gestalten.

Die Erzeugung von Energie aus Braunkohle [Verstromung] ist wirklich nur noch als Auslaufmodell zu verstehen – ein Umstand, über den wir nicht mehr streiten müssen. Außer in bestimmten Ministerien auch im Freistaat Sachsen; hier gilt es, z.T. erhebliche Illusionen von politischen und anderen Bühnen zu fegen.

Unter wesentlichen Aspekten nachhaltiger Entwicklung (auszugsweise hier nur genannt: Tragfähigkeit, Umweltverträglichkeit, Effektivität, Effizienz, Reversibilität, Rückbau und Entsorgungskosten sowie Kompatibilität mit Anschlusssystemen und –übergängen) bildete der Nearshore-Windpark Gennaker momentan mehr Fragen hinsichtlich seiner Verantwortbarkeit jetzigen wie zukünftigen Generationen gegenüber, als wir gesichertes Wissen geschweige denn entsprechende Antworten hätten. Es fehlen uns - bezogen auf Pfade nachhaltiger Entwicklung - die geeigneten Antworten, weil wir entweder a.) keine bzw. b.) zu wenige bzw. c.) die falschen Fragen gestellt haben.

Prozesse der Teilhabe der wirklich Betroffenen haben offensichtlich überhaupt nicht stattgefunden – es ist also auch ein demokratiefernes Handeln durch die Initiatoren und Betreiber festzustellen.

Technische Belange wie Leitungsverluste etc. sollen an dieser Stelle keine weitere Erwähnung finden, dafür gibt es hinlänglich Untersuchungen und geeignete Grundlagen. Und die deuten allesamt daraufhin, dass zentrale Energiegewinnung nicht dauerhaft sinnvoll ist. – Ein Umstand, der neben aller Technologie auch evolutionär bestätigt ist: Jedes lebende System stellt benötigte Energie nicht in einem einzelnen Organ her sondern verteilt die Energieumwandlung bzw. –erzeugung auf die Gesamtheit des Systems.

Nach den grundsätzlichen Anmerkungen und der Frage der Dimensionierung noch einige Ausführungen zur konkreten räumlichen Situation: Die Schwierigkeit der Nutzung der Kadettrinne. Sie gilt schon heute als ein Nadelöhr oder als neuralgischer Punkt der Ostseefahrrinnen und ist einer der am meisten befahrenen Seewege der Welt. Und da mitten hinein soll nun eine Offshore-Anlage gebaut werden… 2014 gab es 54.592 Schiffsbewegungen, davon 8719 Öltanker. An der schmalsten Stelle verringert sich der schiffbare Bereich je nach Tiefgang der Schiffe auf 500 bis 1000 Meter (also eine knappe halbe Seemeile). Dass das angesichts der „Supertanker“ mit hoher Tonnage bei dem bekannten Vortrieb eines solchen Schiffes nicht ungefährlich ist, leuchtet ein. Im übrigen geht die Seeverkehrs-Prognose für 2025 davon aus, dass in der Kadettrinne dann 260 Schiffe/Tag, darunter 42 Öltanker, verkehren werden… Schiffsbegegnungen mit Gruselfaktor! Damit verbundene Gefahren wären unvertretbar hoch ausgereizt.

Was brauchen die Menschen in der Region MVP, vor deren Toren und Küste Gennaker entstehen soll? – Sie brauchen Bedingungen, die ihnen die Erwerbseinkünfte durch Natur, Umwelt und Tourismus langfristig sichern.

 

Was brauchen die Menschen, die nicht in MVP leben? Sie brauchen die Gewissheit, dass sie in MVP weiterhin Natur, Umwelt und einen schönen Urlaub genießen können. Doch diese Sicherheit bietet ihnen das Projekt Gennaker überhaupt nicht.

 

Zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/nein-zum-offshore-windpark-genaker-vor-dem-fischland-darss-zingst

Sprachpolitik und nachhaltige Entwicklung: Weitere Förderung des Instituts für Niederdeutsche Sprache (INS) unabdingbar!

Foto Dr. Reinhard Goltz, Geschäftsführer des Institut für Niederdeutsche Sprache in Bremen
Dr. Reinhard Goltz, Geschäftsführer INS

 

Das Institut für Niederdeutsche Sprache – kurz INS – ist von einem Wegfall seiner bisherigen Förderung bedroht. Nachhaltige Entwicklung – auch für diese Einrichtung  ist nicht erkennbar…

 

(Asshoff) Die Förderung des INS durch die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein soll gekündigt werden. 

Aus diesem Grund sprach ich am 28.11.2016 mit Dr. Reinhard Goltz, Geschäftsführer des Institut für Niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen.

 

Asshoff: Das Institut für Niederdeutsche Sprache – kurz INS – ist von einem Wegfall seiner bisherigen Förderung bedroht. Nachhaltige Entwicklung – auch für Ihr Institut – ist da nicht erkennbar…

Vielfalt zu erhalten ist eine zentrale Aufgabe für nachhaltige Entwicklung. Können Sie uns unter diesem Blickwinkel etwas zu Stellung und Wert des INS wissen lassen?“

Goltz: Ja, das ist in der Tat so. Es sollte nie so sein, dass Förderung kurzfristig oder spontan erfolgt. Sie muss auf einer Linie der Kontinuität erfolgen. Denn: Wie alle regionalen Minderheitensprachen in Deutschland ist das Niederdeutsche in seinem Bestand gefährdet. Die Sprecherzahlen sind in der Tendenz rückläufig. Wobei die Regionalsprachen und auch die Minderheitensprachen anerkanntermaßen zur kulturellen Vielfalt in Deutschland beitragen. Niederdeutsch wird in insgesamt neun Bundesländern gesprochen. Acht von diesen Bundesländern haben sich vor knapp 20 Jahren verpflichtet, die niederdeutsche Sprache unter den Schutz der Europäischen Sprachencharta[1] zu stellen. Bundesländer als auch Bund bestätigen, dass es sich um ein Kulturgut handelt, das schützens- und förderungswürdig ist. Im Bereich des Schützens und Förderns spielt das INS eine sehr zentrale Rolle. Das Institut arbeitet sowohl für die Sprache als auch für die Kultur im weiteren Sinne, wozu auch Literatur und Theater zählen. Das Institut leistet damit über die Bundesländergrenzen hinweg in diesen Bereichen eine zentrale Vernetzungsarbeit. Diese Arbeit ist wichtig, da Niederdeutsch in einigen Bundesländern auf dem Lehrplan steht. Nur durch die Arbeit eines solchen Instituts können gewonnene Erkenntnisse auch auf andere Bundesländer übertragen werden, muss das Rad nicht ständig neu erfunden werden. So leistet das INS eine entscheidende Vernetzungsarbeit über die Grenzen der Bundesländer hinweg.

Das INS ist mit seiner Bibliothek zentrales Dokumentationszentrum für all das, was in der Regionalsprache Niederdeutsch gedruckt oder auf Tonträgern vorliegt und bereitet durch entsprechende Datenbanken und seine Homepage dazu die Zugänge auf.

Über diese Datenbanken können durch die Öffentlichkeit spezielle Themen oder regional bezogene Informationen zum Niederdeutschen gewonnen werden.

Asshoff: Neben der inhaltlichen Arbeit ist das INS auch vielfältiger Impulsgeber für alle Themen rund um die Regionalsprache Niederdeutsch…

Goltz: … Das Institut ist die zentrale Anlaufstelle für alle Menschen, Vereine und Organisationen, die Fragen zur niederdeutschen Literatur, Kultur und Sprache haben. Diese Arbeit kann nur durch unsere umfangreiche Bibliothek geleistet werden. Das Institut war auch Impulsgeber für die verlässliche Verankerung des Niederdeutschen in Lehrplänen der Bundesländer. So ist seit 2010 Niederdeutsch im Hamburger Bildungsplan als Unterrichtsfach verankert. Vom Institut ging auch die Anregung aus, dass die Regionalsprachen stärker in Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen verankert werden sollten.

Asshoff: Also eine umfangreiche Arbeit mit jedoch nur sehr wenigen Personalstellen…

Goltz: … Ja, besonders wenn man weitere Aspekte betrachtet: Das Institut betreibt auch die Geschäftsführung des „Bundesraat för Nedderdüütsch[2]. Dieser ist die sprachpolitische Vertretung der Plattsprecher auf europäischer Ebene, also im Europarat. Auf der Bundesebene ist er Ansprechpartner für das Bundesministerium des Innern und den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. Dieses komplexe Geflecht an Aufgaben wird im Institut über lediglich drei Stellen bewerkstelligt. Daraus kann man sehr leicht schließen, dass die bisherige Förderung eher verhalten aussah... Sprachförderung verlangt im Zusammenhang mit den anderen Sprachgruppen der Sorben, Dänen, Friesen sowie Sinti und Roma ein sehr feinfühliges Handeln ohne Konkurrenzabsichten, wobei das Niederdeutsche in den letzten Jahren vielfach an letzter Stelle gestanden hat. Wenn jetzt die Forderung nach Kürzung umgesetzt wird, hat das zur Konsequenz, dass viele Bereiche nicht mehr über die Bundesländergrenzen hinweg organisiert werden können. Das bedeutet auch, dass die sprachpolitische Arbeit und darunter leiden wird. Und alles was bis vor wenigen Wochen und Monaten in den norddeutschen Bundesländern noch selbstverständlich in der Arbeit und Wertschätzung des Instituts erschien, würde jetzt grundlegend in Frage gestellt werden.

Asshoff: Was wäre jetzt aus ihrer Sicht wichtig; welches sind die Akteure, die jetzt handeln müssen?

Goltz: Wir haben in den letzten Wochen versucht, das Thema weg von der Verwaltungsebene zu einem Thema der Politik zu machen. Jedoch haben wir den Eindruck, dass das nur in sehr bescheidenem Maße gelingt. Die Politik, die vor vierzig Jahren dafür gesorgt hat, dass dieses Institut eingerichtet werden konnte muss zu dieser Entscheidung stehen, darf sich nicht aus der Verantwortung ziehen und der Verwaltung weitere Entscheidungen überlassen.

Sonst würden auch Grundsätze der Demokratie in Frage gestellt. Letztlich sollten die Volksvertreter darüber abstimmen und sich nicht von der Verwaltung unsicher machen lassen.

Allerdings kann man auch sagen, dass der Bund – das Bundesinnenministerium – sich für den Erhalt des Instituts sehr stark machen. Denn, so wird betont, ohne die Arbeit eines solchen Instituts ist die sprachpolitische und wissenschaftliche Arbeit zum Niederdeutschen nur sehr schwer zu leisten. Es muss gelingen auf der Länderebene durch die Parlamente noch mehr Einfluss auszuüben.

Dieser Prozess über die vier beteiligten Bundesländer hinweg muss jedoch von der vollen Wahrheit besonders in der Berichterstattung über die Arbeit des Instituts getragen sein.

Das Institut wird getragen über einen  eingetragenen Verein, der wie viele andere Vereine und Organisationen Gelder vom Staat bekommt, um Aufgaben im Sinne der Gesellschaft wahrzunehmen. Und eben solche Vielfalt müssen Politik und Staat aushalten können.

Asshoff: Gibt es mögliche Gründe für eine Versagung der Förderung ihres Instituts?

Goltz: Wir sind uns keiner Missstände am Institut oder Verfehlungen seitens des Instituts bewusst. Wir haben bis heute keine hinreichenden Gründe für diese Maßnahme gehört. Auch dem Bund gegenüber haben die Länder keine hinreichenden Gründe genannt, weshalb die Förderung ausgesetzt werden sollte. Insofern bin ich auch gar nicht sicher dass schon alle Entscheidungen getroffen worden sind. Es ist im Moment eine besonders schwierige Lage!

Asshoff: Vielen Dank für den Einblick in die Arbeit ihres Hauses und die derzeitige Situation! – Wir wünschen Ihnen und der Sprachpolitik in den Ländern sachorientierte Entscheidungen!

 

Hier kann man die Online-Petition für den Erhalt des Instituts unterzeichnen! https://www.openpetition.de/petition/online/erhaltung-des-instituts-fuer-niederdeutsche-sprache-ins  

 

 

Das INS im Netz: http://www.ins-bremen.de/ 

[1] Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen – Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ist ein multilaterales Abkommen im Rahmen des Europarates. Ziel dieses Abkommens ist es, geschichtlich gewachsene Regional- oder Minderheitensprachen als gemeinsames europäisches Erbe zu schützen und den kulturellen Reichtum Europas zu fördern. – Mit dem 1.1.1999 in Deutschland in Kraft getreten.

http://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148

[2] Bundesraat för Nedderdüütsch

 http://www.bundesraat-nd.de/

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10. November: Welttag der Wissenschaft

Nachhaltige Entwicklung durch Forschung und Technik unterstützen

 Globale Herausforderungen wie der Klimawandel, die Ressourcenknappheit oder die Eindämmung von Krankheiten können nur mithilfe von Wissenschaft, Technik und Innovation bewältigt werden. Daran erinnert die UNESCO anlässlich des Welttags der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung am 10. November. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Vermittlung von Wissen durch Wissenschaftsmuseen. Viele Millionen Menschen besuchen jährlich die zahlreichen Wissenschaftsmuseen in Deutschland. 

 

Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission und Direktor des Technoseum Mannheim, betont: „Um gerechte Lebensbedingungen weltweit zu schaffen und den Planeten auch für die Enkelgeneration lebenswert zu erhalten, brauchen wir forschungsbasiertes Wissen und neue Technologien. Aber Wissen allein in den Köpfen der Forscher reicht nicht aus. Das Wissen muss auch an die breite Bevölkerung vermittelt werden. Das ist die Rolle der Wissenschaftsmuseen. Sie machen Wissenschaft und Technik greifbar und zeigen, dass die unseren Alltag bestimmende Technik keine ‚Blackbox‘ ist. Die Besucher können durch im Museum hautnah Erlebtes eigenständiger ihr Leben gestalten. Sie verstehen auch, dass eine zukunftsfähige Gesellschaft nur mit verantwortlicher Wissenschaft und Technik denkbar ist.“ 

Die UNESCO begeht den Welttag der Wissenschaft seit 2001 jährlich am 10. November. Der Tag soll Aufmerksamkeit schaffen für die Rolle von Forschung und Entwicklung für eine nachhaltige Entwicklung sowie die Rolle der Wissenschaft für die Friedensförderung. Am 10. November 2016 findet am UNESCO-Hauptsitz in Paris die internationale Konferenz „Discover your World” statt, im Rahmen derer die UNESCO die Kooperation mit Wissenschaftsmuseen und Science Centers intensiviert. 

 

Weitere Informationen: 

DUK-Webseite „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“  

UNESCO-Webseite zum Weltwissenschaftstag   

 

Zu den Ergebnissen der Präsidentschaftswahl in den USA

(9.11.2016 PIK) Das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in den USA ist mittlerweile bekannt. Die USA als einer der wichtigsten politischen Player gehören zu den größten Emittenten von Treibhausgasemissionen - das Wahlergebnis ist damit auch relevant für die globale Klimastabilisierung.

 

Dazu Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK):

„Die Haltung des Wahlgewinners Donald Trump zum vom Menschen verursachten Klimawandel ist bekannt. Ironischerweise hat er zum öffentlichen Erfolg einer Serie von Berichten des Potsdam-Instituts für die Weltbank beigetragen ('Turn down the heat'), indem er sie auf Twitter attackiert hat. Abgesehen hiervon kann die Wissenschaft jedoch kein positives Handeln von ihm in Klimadingen erwarten. Die Welt muss sich nun ohne die USA vorwärts bewegen auf dem Weg zur Begrenzung von Klimarisiken und zu sauberen Technologie-Innovationen."

 

Mehr Informationen: www.pik-potsdam.de 

Aus dem Wald in die Welt - Die Geschichte der Nachhaltigkeit

(8.11.16) In fast allen Bereichen des Denkens, Lebens und Wirtschaftens verwenden wir heute den Begriff „Nachhaltigkeit“. Die neue Broschüre der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft „Aus dem Wald in die Welt – Die Geschichte der Nachhaltigkeit“ erläutert den praktischen Gehalt des Begriffs von seiner forstwissenschaftlichen Herkunftsgeschichte her und setzt dabei bewusst auf anschauliche und verständliche Sprache. - Eine Publikation, die für Unterricht und Weiterbildung zu empfehlen ist!

Die Einen fasziniert der Begriff Nachhaltigkeit, die Anderen lässt seine inflationäre Verwendung der letzten Jahre aufstöhnen. In Werbung, Politik, sogar in der Finanzbranche wird der Begriff täglich und in hoher Frequenz verwendet. Dies ist jedoch ein Zeichen dafür, dass endlich ein Wort gefunden ist, das uns einen sprachlichen Ausweg aufzeigt aus den kurzen Halbwertszeiten von Konsum und herkömmlicher Politik. Denn Nachhaltigkeit steht für Hoffnung und tragfähige Lösungswege. 

Die Broschüre taucht ein in die Ideen- und Begriffsgeschichte der Nachhaltigkeit. Sie erzählt, wie sich Vorsorgedenken über Generationen nach und nach formte und sich schließlich zu einem Begriff verdichtete. Der Wald spielt in diesem langen Lernprozess der Menschheit eine wichtige Rolle. Denn seit Jahrhunderten verfolgt die Forstwirtschaft erfolgreich das Prinzip der Nachhaltigkeit: Nicht nur als Wirtschaftsprinzip, sondern auch als ethischer Grundsatz, zu dem sich Waldbesitzer und Forstleute bekennen.

 

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Informationen/Bestellmöglichkeit: http://www.lwf.bayern.de/nachhaltigkeit 

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„Projekt Nachhaltigkeit“ -  bis 31.10.16 noch bewerben

60 Projekte und 5 "Leuchttürme" gesucht

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) zeichnet ab 2017 Initiativen im Rahmen des neuen Wettbewerbs „Projekt Nachhaltigkeit“ aus, welche die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) in die Tat umsetzen. Bewerbungen sind bis 31.10.2016 möglich!

 

Insgesamt sollen rund 60 Teilnehmende das „Qualitätssiegel“ einer Auszeichnung erhalten. Außerdem wählt die Jury aus allen Bewerbungen in einer zweiten Runde fünf „Leuchttürme“ aus, die künftig stärker in die Arbeit des RNE eingebunden werden. Privatpersonen, Organisationen, Kommunen und Unternehmen können sich bis zum 31. Oktober 2016 auf der offiziellen Internetplattform zur Aktion, „Taten für Morgen“, bewerben.  

Die Jury bewertet nach den Kriterien „Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen für Deutschland“, „Kohärenz“, „Wirkung“ und „Originalität“. Für die Auszeichnung als Leuchtturm spielen zwei zusätzliche Kriterien eine Rolle: „Wirtschaftlichkeit“ und „Transformationspotenzial“. Der RNE wird die Ausgezeichneten auf offiziellen Veranstaltungen in seinen neuen „Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeit“ und im Netz auf „Taten für Morgen“ der breiten Öffentlichkeit bekannt machen.

Der Wettbewerb ist der Nachfolger der „Werkstatt-N“-Auszeichnung, die der RNE seit sechs Jahren verliehen hatte. Die Verantwortlichen suchen insbesondere Projekte, die bereits ein gewisses Maß an Professionalität und Institutionalisierung erreicht haben.

 

Weiterführende Informationen:  

Webseite „Taten für Morgen“ des Projekt Nachhaltigkeit

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Neues Bildungsportal zu Klimafolgen für Deutschland

Startseite des Portals www.klimafolgenOnline-Bildung.de
Eigendarstellung unter Verwendung von www.klimafolgenOnline-Bildung.de

Der weltweite Klimawandel wirkt sich auch auf Deutschland aus. Ein neues Bildungsportal des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) bietet jetzt Lehrenden und Lernenden gebündelt Informationen und Szenarien zum Klimawandel und seinen Folgen für Sektoren von der Landwirtschaft bis zum Tourismus, und das bis auf die Landkreisebene. Neben interaktiven Klimaprojektionen und Tutorials bietet www.KlimafolgenOnline-Bildung.de auch ein Glossar zu Grundlagen-Begriffen rund um den Klimawandel sowie Unterrichtseinheiten, Handreichungen und Arbeitsblätter.

Das Portal ermöglicht Lehrenden und Lernenden in Sekundarstufe I und II, Klimafolgewirkungen nachzuvollziehen und den Einfluss des eigenen Handelns erlebbar zu machen.

KlimafolgenOnline-Bildung.de ist offen zugänglich und basiert auf dem Internet-Portal Klimafolgen Online, das sich vor allem an kommunale Entscheider wie Forstwirte oder Baudezernenten richtet. Das Portal macht keine Vorhersagen, sondern arbeitet mit Projektionen – also Aussagen über eine mögliche Zukunft unter bestimmten Bedingungen. Die überarbeitete Bildungsvariante legt dabei jeweils ein Szenario mit schwachem Klimaschutz im Sinne eines business as usual und ein Szenario mit starkem Klimaschutz im Sinne einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zugrunde.

Das Wissen um global wirkende Klimazusammenhänge wurde im Rahmen des PIKee-Projekts für den interdisziplinären Einsatz im Unterricht aufbereitet und wird über das Bildungsportal zur Verfügung gestellt.

Besonders in den Forscherwerkstätten werden die konkreten Auswirkungen des Klimawandels für die verschiedenen Regionen in Deutschland herausgearbeitet: vom Ökosystem Wald über die Zukunft des Wintertourismus bis hin zu den gesundheitlichen Auswirkungen für den Menschen. Parallel zum Launch des neuen Bildungsportals KlimafolgenOnline-Bildung.de werden die Unterrichtsmaterialien des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Umweltbildungsprojekts auch auf der Plattform Lehrer-Online abrufbar sein.

 

Weblink zum Bildungsportal

Weblink zum Video-Tutorial

Weblink zum Umweltbildungsprojekt PIKee

Weblink zum Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

 

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Mehr Geld für Reparieren statt Wegwerfen

 (13.10.16 j.a.) Konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung in Schweden am Start: Reduzierte Mehrwertsteuer für kleinere Reparaturen, Steuergutschriften für die Reparatur und Wartung von Haushaltsgeräten – das soll ab 2017 möglich werden. mehr lesen...

In Schweden, dem drittgrößten Land Westeuropas mit etwa 9,6 Mio Einwohnern, soll voraussichtlich bis Dezember 2016 darüber entschieden werden, ob die Konsumenten ab 1.1.2017 steuerliche Entlastungen erfahren sollen, wenn Sie ihr Konsumverhalten ändern: Reparieren statt wegwerfen!

Dafür soll der Steuersatz bei „kleineren Reparaturen“ z.B. von Schuhen, Bekleidung. Lederwaren und Fahrrädern von 25% auf 12% gesenkt werden („Reduzierte Mehrwertsteuer für kleinere Reparaturen“).

Weiterhin soll die Reparatur von „Weißware“ (Haushaltsgeräte; insbes. Kühlschränke und Spülmaschinen) von der Einkommenssteuer absetzbar werden („Steuergutschrift für die Reparatur und Wartung von Haushaltsgeräten“). Sämtliche Reparaturen sollen am Nutzungsort ausgeführt werden.

Allerdings müssen die Schweden vermutlich bis dahin noch jede Menge Hausaufgaben machen und mindestens auf solche Fragen noch Antworten finden:

  • Wie soll die Umsetzung dieses Vorhabens konkret gestaltet werden (in Schweden Umsatzsteuer 25%, bei Dienstleistungen 6%)?
  • Welche Einkommensgruppen kämen in den Genuss dieser Entlastungen?
  • Sollte die Lebensdauer von Produkten gesetzlich geregelt werden (Obsoleszenz)?
  • Kann der Gesetzgeber etwas gegen Irreparabilität von Produkten bzw. deren Baugruppen tun?
  • Wie verhält es sich mit Energieeinsparung durch neue Geräte versus Reparieren?
  • Ab wann und unter welchen Bedingungen ist (Geräte-)Tausch sinnvoller als Reparieren ?
  • Wie sollte/kann auf überteuerte Ersatzteile reagiert werden?
  • Welche Kosten fallen (durch hohe Stundenlöhne) bei Reparaturen letztendlich an und wie sieht die Aufwand-Nutzen-Analyse für Verbraucher und Umwelt aus?

Also: Spannende Themen, die in Schweden angegangen werden und über die in Deutschland wie anderenorts zu sprechen sein wird.

 

Quellen:

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WWF Deutschland und Robert Bosch Stiftung: Schülerakademie 2°Campus

Der WWF Deutschland und die Robert Bosch Stiftung rufen zur Schülerakademie 2°Campus auf. Das einzigartige Stipendienprogramm verbindet aktuelle Forschung mit Klimaschutz und bietet jungen Menschen die Gelegenheit, gemeinsam mit Wissenschaftler/innen für eine klimafreundliche Zukunft zu forschen.  Für das Jahr 2017 werden Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren gesucht, die Spaß am Forschen haben und sich mit ihren Talenten für den Klimaschutz einsetzen möchten. Die Teilnahme ist (bis auf die Anreise) kostenfrei.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 1. Dezember 2016. Zur Bewerbung geht es hier...

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Nechlin - ein Ort voller Energie

So einfach kann's in Nechlin / Uckerland gehen: Energie dezentral selbst erzeugen.

#nechlin #energieeffizienzpreisbrandenburg #nachhaltigkeit

 

Dazu ein kleiner Film

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Weltbildungsbericht 2016 • Nachhaltige Entwicklung durch Bildung gestalten. Erst 2042 erhalten alle Kinder weltweit eine Grundschulbildung

(3.9.2016 j.a./unesco) Bildung ist für nachhaltige Entwicklung unverzichtbare Grundlage und bestimmender Faktor. Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2016 zeigt jedoch, dass bei anhaltenden Trends erst im Jahr 2042 alle Kinder weltweit eine Grundschulbildung erhalten werden. Berechnungen zufolge wird eine universelle

  • untere Sekundarschulbildung (in Deutschland Abschluss Sekundarbereich I) erst 2059 erreicht,
  • eine universelle obere Sekundarschulbildung (in Deutschland Fach-/Hochschulreife oder abgeschlossene Lehrausbildung) nicht bis zum Jahr 2084.

Die Globale Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen sieht vor, eine chancengerechte, inklusive und hochwertige Bildung für alle bis 2030 sicherzustellen. 

Der Weltbildungsbericht wird am 6.9.2016 veröffentlicht werden. ... weiterlesen

Ziele zur Bildung werden bis 2030 nicht erreicht
Berechnungen zufolge wird eine universelle untere Sekundarschulbildung (in Deutschland Abschluss Sekundarbereich I) erst 2059 erreicht, eine universelle obere Sekundarschulbildung (in Deutschland Fach-/Hochschulreife oder abgeschlossene Lehrausbildung) nicht bis zum Jahr 2084. Die Globale Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen sieht vor, eine chancengerechte, inklusive und hochwertige Bildung für alle bis 2030 sicherzustellen. 

Die ärmsten Länder dieser Welt liegen laut Bericht weit zurück auf dem Weg zu chancengerechter und hochwertiger Bildung. Berechnungen zufolge werden sie Grundschulbildung für alle Kinder erst 100 Jahre später als die reichsten Länder dieser Welt verwirklichen. Aber auch wohlhabende Länder müssen deutlich mehr in Bildung investieren. Kein Land in Europa und Nordamerika wird es nach aktuellen Trends bis zum Jahr 2030 schaffen, allen Jugendlichen einen Abschluss im Bereich der oberen Sekundarschulbildung zu ermöglichen. 

Minister a.D. Walter Hirche, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission fordert: „Um das Bildungsziel der Globalen Nachhaltigkeitsagenda bis 2030 erreichen zu können, muss die Weltgemeinschaft unverzüglich umsteuern und Fortschritte massiv beschleunigen. Bildung ist unverzichtbar für Entwicklung. Sie vermittelt Kompetenzen, um globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel, Armut oder Wasserknappheit zu begegnen und das eigene Umfeld nachhaltig zu gestalten. Auch Deutschland ist gefordert. Eine der zentralen Baustellen unseres Bildungssystems ist der Abbau anhaltender Ungleichheiten aufgrund sozio-ökonomischer Herkunft, Migrationshintergrund, Geschlechtszugehörigkeit oder Behinderung. Hier müssen wir zügig vorankommen.“ 

Nachhaltige Entwicklung durch Bildung gestalten 

Bildung ist essentiell für das Erreichen der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele. Der UNESCO-Bericht macht deutlich, dass selbst ein langsamer Fortschritt im Bildungsbereich in den nächsten 15 Jahren einen erheblichen Einfluss auf die Verwirklichung zentraler Entwicklungsziele hat. Bildung trägt beispielsweise entscheidend zum Bewusstsein für den Klimawandel bei. Dennoch werden der Klimawandel und weitere Umweltveränderungen weltweit lediglich in der Hälfte aller Lehrpläne genannt. Nur 40 Prozent der 15-Jährigen in OECD-Ländern haben grundlegende Kenntnisse über ökologische Fragestellungen und Themen. 

Auch bei der Beseitigung von Armut spielt Bildung eine entscheidende Rolle. Das Erreichen einer universellen oberen Sekundarschulbildung in Entwicklungsländern könnte das Pro-Kopf-Einkommen bis 2030 um 75 Prozent erhöhen und 60 Millionen Menschen den Weg aus der Armut ermöglichen. Bildung ist nicht zuletzt unabdingbare Voraussetzung für eine effektive Gesundheitsvorsorge. Mit einer angemessenen Bildung von Frauen aus Subsahara-Afrika beispielsweise könnte zwischen 2050 und 2060 der Tod von 3,5 Millionen Kindern verhindert werden. 

Die Autoren des Weltbildungsberichts bemängeln, dass eine chronische Unterfinanzierung Fortschritte im Bildungsbereich erheblich behindert. Um die Finanzierungslücke zur Erreichung hochwertiger universeller Grundschul- und Sekundarschulbildung bis zum Jahr 2030 zu schließen, müssten sich die Budgets um ein sechsfaches erhöhen. 

Ungleichheiten beseitigen 

Auch anhaltende Ungleichheiten in Bildungssystemen weltweit stehen im Fokus des Berichts. Nur ein Prozent der ärmsten Mädchen und Frauen in ländlichen Gebieten schließen derzeit die obere Sekundarschulbildung ab und lediglich sechs Prozent der Erwachsenen in den ärmsten Ländern nehmen an Alphabetisierungskursen teil. Um den Status Quo besser messen und entsprechende Maßnahmen zur Bildungsförderung entwickeln zu können, schlagen die Autoren des Berichts eine international vergleichbare Haushaltsbefragung vor, in der zentrale Ursachen für Ungleichheiten in der Bildung wie Armut, Behinderung, sozioökonomischer Status und Sprache erhoben werden. 

Hintergrund 

Die Vereinten Nationen haben im September 2015 Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDGs) für die gesamte Staatengemeinschaft verabschiedet. Integraler Bestandteil der SDGs ist eine globale Bildungsagenda für die Jahre 2016 bis 2030. Das Bildungsziel innerhalb der nachhaltigen Entwicklungsagenda lautet: "Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern". Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels und ist für das Monitoring verantwortlich. 

 

Weitere Links: Globale Bildungsagenda 2030 , Globale Nachhaltigkeitsziele (SDG)

Weltbildungsbericht: (Sperrfrist: 6.9., 02:01 Uhr) 

 

 

Teilnahme an den Aktionstagen Nachhaltigkeit 2016

(20.03.2016 j.a.) Ab sofort kann jeder unter www.aktionstage-nachhaltigkeit.de eigene Aktionen eintragen.

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit finden zeitgleich zur Europäischen Nachhaltigkeitswoche vom 30.05.-05.06.2016 statt. Menschen und Organisationen aus allen europäischen Ländern können sich beteiligen. Die deutsche Seite wird mit allen Beiträgen dorthin verlinkt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.esdw.eu. - Alle können sich beteiligen: Egal ob Sie sich als Privatperson, Verein, Initiative, Stiftung oder Bildungseinrichtung anmelden. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung freut sich sehr, wenn auch Sie sich mit eigenen Aktionen beteiligen und diesen Aufruf über Ihre Netzwerke, bei Ihren Kooperationspartnern, Mitgliedern und Freunden streuen.

Was bedeutet eine Teilnahme konkret?

  • Breite Öffentlichkeit: Über den Eintrag in den Veranstaltungskalender können Sie Ihr Nachhaltigkeitsengagement präsentieren und sich über weitere Aktionen in Ihrer Nähe informieren.
  • Freie Gestaltung der eigenen Aktionen: Ob ein vegetarischer Tag in der Schulkantine, eine „Sustainability Action Week“ im Unternehmen, eine Gartenveranstaltung zum Thema Bodenschutz, der Verzicht auf das Auto für eine Woche oder eine nachhaltige Stadtführung – alles mit nachvollziehbarem Nachhaltigkeitsbezug ist als Beitrag möglich. 
  • Dialog: Nutzen Sie die Aktionstage, um mit Ihrer Aktion mit Ihren Projektpartnern, Mitarbeiter/innen, Unterstützer/innen, Kund/innen oder Nachbarn in den Dialog über Ihr Engagement zu treten. 
  • Einfache Teilnahme: Ihre Aktion(en) können Sie unkompliziert auf http://www.aktionstage-nachhaltigkeit.de/ eintragen. Beispiele für bisherige Aktivitäten finden Sie hier: http://2015.aktionstage-nachhaltigkeit.de/aktionen.html
  • Kommunikationsunterstützung mit Logo, Poster und Flyer: Der Rat für Nachhaltige Entwicklung stellt Ihnen das Logo, eine Postervorlage sowie einen Informationsflyer zu den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit bereit, den Sie für Ihre Kommunikation und die Verbreitung des Aufrufs nutzen können. Diese Materialien können Sie auf der Website herunterladen.

Haben Sie Fragen? Dann senden Sie einfach eine E-Mail an: kontakt@aktionstage-nachhaltigkeit.de 

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DIVIS U9-Studie: Kinder in der digitalen Welt

07.03.2016 (Asshoff)  Geht es um  Kinder in einer zunehmend digitalisierten Welt, so bietet die Grundlagenstudie des SINUS-Instituts Heidelberg im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) anschauliche Einblicke in eine bislang wenig untersuchte Spähre, deren Dimension für eine nachhaltige Entwicklung zunehmend mehr von Interesse erscheint.

"DIVSI U9-Studie: Kinder in der digitalen Welt" geht den Fragen nach, ob Kinder (unbeaufsichtigt) ins Internet dürfen, ob Eltern ihre Kinder überhaupt ins Internet lassen oder sie dort hinführen. Und: Was machen Kinder eigentlich im Internet?  weiterlesen...

DIVSI U9-Studie: Kinder in der digitalen Welt:  Wie ist das nun, mit Kindern und Internet? – Dürfen, können oder müssen sie gar „ins Internet“?

Die U9-Studie (2015) hat Kinder zwischen 3 und 8 Jahren in den Blick genommen. Sie ist damit eine Ergänzung der Erkenntnisse aus der U25-Studie (2014), die das Verhalten der 9- bis 24-Jährigen in der digitalen Welt und deren Einstellungen untersuchte.

Zentrales Prinzip der U9-Studie ist: „Forschen mit Kindern statt Forschen über Kinder“.
Für die Studie wurden insgesamt über 1.000 Kinder im Alter von 6 bis 8 Jahren und über 1.800 Eltern mit Kindern zwischen 3 und 8 Jahren befragt.
auf 140 Seiten werden umfängliche Einblicke zum Thema Internet und dem peripheren Spannungsfeld von Eltern, Schule und Kindern dargestellt.

Stichworte für Bildungsinteressierte:

  • Rund 1,2 Millionen 3- bis 8-Jährige (55 Prozent) sind regelmäßig online. Kinder, die noch nicht lesen und schreiben können, erkennen entsprechende Symbole, die ihnen den Aufruf von Webangeboten ermöglichen.
  • Der Bildungsgrad der Eltern ist für die Internet-Nutzung der Kinder maßgeblich.
  • Für Kinder aus Familien mit geringerer formaler Bildung ist das Internet vor allem Freizeitmedium, Kinder bildungsnaher Eltern nutzen die vielfältigen digitalen Möglichkeiten breiter – etwa für Informationssuche und Lernzwecke.
  • Die deutliche Mehrheit der Eltern (65 Prozent) sieht Chancen digitaler Medien und des Internets für ihre Kinder, insbesondere wenn es um die Sicherstellung ihrer sozialen Teilhabe geht.
  • Schule bietet ein zu begrenztes Spektrum bei der Erlangung von entsprechenden Medienkompetenzen.
  • Eine kreative Nutzung wie das Malen am Computer, musikalische Aktivitäten, Fotobearbeitung oder das Erstellen von Videos und Filmen findet indes in der Schule kaum statt.
  • Lehrer spielen als Ansprechpartner in Sachen Internet für 6- bis 8-jährige Schulkinder eine sehr untergeordnete Rolle. Nur 11 Prozent der Kinder geben an, dass sie sich bei Fragen zum Netz an diese wenden.
  • Die Studie begründet sieben Internet-Milieus: 1. Digital Souveräne, 2. Effizienorientierte Performer, 3. Unbekümmerte Hedonisten, 4. Postmaterielle Skeptiker, 5. Verantwortungsbedachte Etablierte, 6. Ordnungsfordernde Internet-Laien, 7. Internetferne Verunsicherte.
  • Die „Effizienzorientierten Performer“ sind beim Erklären und Zeigen mit 97 Prozent Spitzenreiter. Bei den „Unbekümmerten Hedonisten“ wird hingegen seltener aktiv angeleitet, sodass 35 Prozent ihrer Kinder den Umgang mit dem Internet eher durch selbstständiges Ausprobieren erlernt haben. Während es den „Effizienzorientierten Performern“ wichtig ist, ihre Kinder gezielt auf die Anforderungen von Schule, Ausbildung und Beruf vorzubereiten und somit früh die Weichen für privaten und beruflichen Erfolg zu stellen, zeichnet sich der Erziehungsstil der „Unbekümmerten Hedonisten“ hinsichtlich digitaler Medien durch eine gewisse „Laissez-faire“-Haltung aus, die sich auch darin äußert, dass sich die Kinder aus diesem Milieu im Kontext digitale Medien und Internet häufig selbst sozialisieren.
  • Bei Kindern mit Eltern aus dem Milieu der „Internetfernen Verunsicherten“ sind Lehrer bei ca. einem Viertel der Kinder und damit deutlich häufiger als im Durchschnitt Ansprechpartner zum Internet. Dieser Befund verweist auf die besondere Rolle, die Schulen zukommt, wenn die eigenen Eltern als Ansprechpartner in Sachen Internet nicht weiterhelfen können. Allerdings sind unsere Lehrer dafür nicht entsprechend gerüstet:

 

Heißt: Die Gesellschaft ist gefordert, allen Kindern eine qualifizierte Vorbereitung auf die zunehmend digitalisierte Welt zu vermitteln. Der mittelbare und unmittelbare Zusammenhang zu Prozessen nachhaltiger Entwicklung ist weiter zu untersuchen. Die dafür möglichen und notwendigen Wege sind einschließlich der Sicherung von Mitteln insbesondere auch von der Politik zu ebnen.

 

Download der Studie: hier

Stichworte: Digitalisierung, Lehrer , Schule, Bildung, frühkindliche Kompetenzen, frühkindliche Förderung, nachhaltige Entwicklung, Politik.

 

75. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission

(18.09.2015) Drei bedeutsame Resolutionen durch Deutsche UNESCO-Kommission verabschiedet: 

  1. UN-Bildungsagenda 2030,  
  2. Transatlantisches Freihandelsabkommen
  3. Schutz des Welterbes 

Die Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) fasste am 18. September 2015 Beschlüsse zur

  • Umsetzung der UN-Bildungsziele 2030 in Deutschland,
  • zum Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) und zum
  • Schutz gefährdeter Welterbestätten.

Die Deutsche UNESCO-Kommission ist Deutschlands Mittlerorganisation für multilaterale Politik in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Sie hat 114 Mitglieder, darunter Mitglieder des Deutschen Bundestages, Vertreter der Bundesregierung und der Kultus- und Wissenschaftsministerien der Länder sowie Vertreter von Fachinstitutionen und ausgewählte Experten.

In der Resolution Resolution "Umsetzung der UN-Bildungsziele 2030 in Deutschland" fordert die Deutsche UNESCO-Kommission von der Bundesregierung und den Ländern, ehrgeizige Ziele zur nationalen Umsetzung der globalen Bildungsagenda bis 2030 festzulegen und das Monitoring sicherzustellen. Das Erreichen hoher Bildungsqualität, die Umsetzung von Inklusion, der Abbau von Ungleichheiten sowie die Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung müssen dabei zentral sein, so die Resolution. Die Vereinten Nationen werden Ende September Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDGs) verabschieden. Bestandteil der SDGs ist eine globale Bildungsagenda, die auch in Deutschland umgesetzt werden muss. Deutschland ist das erste Land, das sich mit der nationalen Umsetzung der Globalen Bildungsagenda detailliert beschäftigt. 

  • Erfreulicher Weise weist die Deutsche UNESCO-Kommission darauf hin, dass bei der Umsetzung der globalen Bildungsagenda ein umfassendes Verständnis von Bildung zugrunde zu legen ist. Querverbindungen des Bildungsbereichs zu anderen Bereichen müssen berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für die Verzahnung von Bildungs-, Familien- und Integrationspolitik sowie für die Verbindung zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem, wie sie vor allem in der beruflichen Bildung deutlich wird.
    In allen Bereichen gilt es, die Situation von Flüchtlingen zu berücksichtigen.

In der Resolution zum Transatlantischen Freihandelsabkommen fordert die Deutsche UNESCO-Kommission, rechtlich wirksame Schutzmechanismen für die Informations- und Meinungsvielfalt, den Medienpluralismus und die kulturelle Vielfalt im Vertragstext festzuschreiben. Wichtig ist dabei, dass die Schutzmechanismen unabhängig von genutzten technologischen Verbreitungskanälen gelten. Die Verhandlungen des Transatlantischen Freihandelsabkommens treten in die entscheidende letzte Phase ein. Die DUK setzt sich darin für eine konsequente Berücksichtigung der völkerrechtlichen Vorgaben des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen ein.

 

In der Resolution "UNESCO-Welterbe schützen" verurteilt die Deutsche UNESCO-Kommission die Zerstörung bedeutender Kulturstätten der Menschheit durch die terroristische Organisation "Islamischer Staat". Sie ruft dazu auf, sich vehement gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern aus geplünderten Stätten einzusetzen. Die DUK begrüßt deshalb die Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes in Deutschland. Wer in Zukunft Antiken nach Deutschland einführt, braucht demnach eine gültige Ausfuhrerlaubnis des jeweiligen Herkunftslandes. Die DUK betont, dass diese Änderung den Schutz des kulturellen Erbes der Menschheit erheblich verbessern wird.

Zum Wortlaut der Resolutionen:

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15. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung

Die 15. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 3. Juni 2015 diskutiert aktuelle Ideen und konkrete Politik. Dabei geht es nicht nur um Klimawandel: Veränderte geopolitische Konstellationen, dynamische Konfliktsituationen bei gleichbleibendem – z.T. sogar steigendem – Ressourcenverbrauch prägen unsere Welt. – Welche Konsummuster und Gestaltungsmittel der Globalisierung sind denkbar? Immer deutlicher wird es für alle gesellschaftlichen Bereiche:  „Um-Lernen“ statt „Dazu-Lernen“ ist gefragt. 

Im Rahmen der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung 2015 werden der Öffentlichkeit IMPULSE zur Wirkung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie vorgestellt und den Ministerien sowie dem Kanzleramt überreicht werden.

Diese Ausarbeitung ist Ergebnis der Arbeit von etwa 100 jungen kommunalen Akteuren, die sich über einen Online-Dialog dazu verständigt haben. Darüber hinaus hat ein Teil der Gruppe die stetige Kritik über fehlende bzw. unwirksame Kommunikation in Sachen Nachhaltigkeit aufgegriffen und ein multimediales Storytelling zum Thema erarbeitet.

 

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Tag der biologischen Vielfalt

(22.05.15 j.a.) Jedes Jahr steht der Internationale Tag der biologischen Vielfalt unter einem anderen Thema. 2015 lautet das Motto "Biodiversität für nachhaltige Entwicklung" und setzt sich mit den Herausforderungen der Post 2015-Agenda auseinander. mehr...

Heute ist der „Internationale Tag der biologischen Vielfalt“: Erinnert wird an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) offiziell angenommen wurde.
Die Ziele dieser Konvention sind

  • die Erhaltung der biologischen Vielfalt,
  • die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sowie
  • die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile.

Jedes Jahr steht der Internationale Tag der biologischen Vielfalt unter einem Thema. 2015 lautet das Motto "Biodiversität für nachhaltige Entwicklung" und setzt sich mit den Herausforderungen der Post 2015-Agenda auseinander.

Anm.:

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Erträge nachwachsender Ressourcen ab „peak rate year“ rückläufig

(15.01.15; Asshoff) UFZ (Leipzig), Yale University und Michigan State University: Nachwachsende Ressourcen nur begrenzt nutzbar
In einem gemeinsamen multidimensionalen Forschungsprojekt ermittelten Wissenschaftler der renommierten Forschungseinrichtungen solche Zeitpunkte, zu denen so genannte „erneuerbare Ressourcen“ ihre höchsten Produktionsraten hatten. Aus der Annahme einiger Experten scheint nun Gewissheit geworden zu sein, dass „erneuerbar“ nicht mit „unendlich“ gleich gesetzt werden kann. So haben ausgewählte erneuerbare Ressourcen lt. der Veröffentlichung in der Nature einen peak rate year, ab dem die Produktionsraten (Ernte, Produktion oder Fang) ihre maximale Steigerungsrate überschritten haben.

Ähnliches verbirgt sich hinter dem Begriff des peak oil, also dem Zeitpunkt, ab dem Förderung und Verbrauch von Erdöl (Förderrate) wegen drohender Endlichkeit kritisch zu werden beginnen.

Auf Basis standardisierter statistischer Methoden zur Analyse von Zeitreihen gelang die Identifizierung eines Zeitfensters von peak rate yaer zwischen 1988 und 2008, innerhalb dessen 16 von 20 erneuerbaren Ressourcen ihre höchste Steigerungsrate der jeweiligen Nutzbarkeit überschritten haben. Für diese synchronen Maxima in einem vergleichsweise kleinen Zeitfenster gilt die Erklärung, dass steigender Nahrungsmittelbedarf durch Bevölkerungszunahme sowie immer weniger verfügbare Ackerflächen zusammentreffen. Zugleich kann durch Intensivierung der ackerbaulichen Nutzung nur noch wenig Steigerungen erzeugt werden. Auch der Einsatz von veränderten Zuchtmethoden sowie eine Steigerung gentechnisch veränderter Organismen kann nach Expertenmeinung nur etwa ein bis zwei Prozent Ertragssteigerung pro Jahr erbringen.

Das bedeutet: Durch das Erreichen von Ertragsgrenzen bei nachwachsenden Ressourcen ist ein generelles Umdenken für den Bereich allgemeiner Entwicklung zwingend notwendig. Bisherige Annahmen über die Unerschöpflichkeit nachwachsender Ressourcen sind nicht weiter haltbar. So stellen sich insbesondere für Akteure aus Politik und Wirtschaft neue Herausforderungen. Gleichzeitig werden Substitutionsmöglichkeiten für die Bedarfsbefriedigung zunehmend geringer. Ein Kurswechsel in Richtung Anstieg von Ressourceneffizienz und global ausgerichteter nachhaltiger Entwicklung erweist sich als notwendig.
Diese Erkenntnis wird auch den Bereich der „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) betreffen und den Wert ebensolcher deutlicher werden lassen.

Quellen:
1.) Seppelt, R., A. M. Manceur, J. Liu, E. P. Fenichel, and S. Klotz. 2014. Synchronized peak-rate years of global resources use. Ecology and Society 19(4): 50. 

2.) Umweltforschungszentrum (UFZ): Pressemitteilung vom 14. Januar 2015. Nachwachsende Ressourcen kommen an ihre Grenzen.

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Was die Energiewende jetzt braucht

(17.12.14) Das Bundeskabinett hat kürzlich ein Klimapaket  verabschiedet. Es soll bis 2020 etwa 62 bis 82 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einsparen, damit Deutschland sein Ziel erreichen kann, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Mitglieder des Rates für Nachhaltige Entwicklung kommentieren hier das Maßnahmenpaket.

Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND): 

„Ein Kohleausstiegsgesetz verschafft den Betreibern Planungssicherheit“

Die angekündigten Maßnahmen zur Verminderung der Treibhausgase bei der Energieversorgung können nur der erste Schritt zum dringend notwendigen Ausstieg aus der Kohleverstromung sein. Allein durch die Stilllegung der ältesten und ineffizientesten Braunkohlekraftwerke lassen sich bis 2020 rund 80 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Leider hat die Bundesregierung aber selbst für jene 22 Millionen Tonnen CO2-Emissionen, die nach dem Klimaaktionsplan im Kohlesektor weggespart werden sollen, nicht genauer festgelegt, wie dies gelingen soll. Bisher eher negative Erfahrungen mit Selbstverpflichtungen der Industrie lassen den Schluss zu, dass es besser wäre, dieses Ziel mit einem Kohleausstiegs-Gesetz durchzusetzen. Das verschafft letztlich auch den Kraftwerksbetreibern Planungssicherheit. Zu beachten ist auch die Tatsache, dass der darniederliegende europäische Emissionshandel dem Klimaschutz derzeit überhaupt nicht nützt.

Für das Stromsparen fehlt ein Effizienzfonds

Der Klimaaktionsplan enthält auch Positives: So wird das Thema ‚Senkung des Energieverbrauchs‘ stärker auf die Agenda kommen. Der Vorschlag, der seit langem auch vom BUND vorgebracht wurde, besonders effiziente elektronische Geräte und wenig Strom verbrauchende Anlagen in der Industrie zu fördern, soll endlich umgesetzt werden. Für diese "Top-Runner"-Förderung ist jedoch auch ein eigener Fonds erforderlich, um vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben entsprechende Initiativen auszulösen. Mehr Energie-Effizienz gehört zu den wichtigsten Klimaschutzmaßnahmen, aber ehrgeizigeres Strom-Sparen hat derzeit kaum noch Konjunktur, da fehlt es vor allem auch in der Industrie. Das Beispiel Japan zeigt, dass der Energieverbrauch schon ohne größere Anstrengungen um bis zu 20 Prozent reduziert werden kann.

Das Positivste am Klimaaktionsplan ist, dass - sicher dem Handlungsdruck geschuldet - mehr Klimaschutz endlich auch in andere Bereiche als den Stromsektor einziehen soll. Jedoch reichen die in anderen Bereichen vorgeschlagenen Maßnahmen bei weitem nicht aus, um die enormen Klimaschutzpotentiale außerhalb der Energiegewinnung auszuschöpfen. So sind zum Beispiel die jetzt angekündigten Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase im Verkehr noch zu zögerlich. In unseren Augen sind Tempolimits für PKW und die Streichung der Steuerprivilegien für Firmenwagen längst überfällig. Und statt einer ‚Maut für Ausländer‘ müsste die Maut für LKW flächendeckend erhoben werden, um den Ausweichverkehr auf Landstraßen zu verteuern und die Verlagerung von Transporten auf die Schiene und auf Schiffe anzureizen.

Selbst im Agrarsektor gibt es zusätzliche nutzbare Potentiale für mehr Klimaschutz. Deren Mobilisierung scheitert meist am Widerstand der Agrarlobby. Der Klimaaktionsplan benennt zwar die Notwendigkeit einer bodengebundenen Tierhaltung und einer angepassten Düngung, leider wird jedoch völlig offengelassen, wie diese Punkte umgesetzt werden sollen.


Olaf Tschimpke , Präsident des Naturschutzbund Deutschland (NABU) und stellvertretender Vorsitzender des Nachhaltigkeitsrats:

„Die Lücke zum Klimaschutzziel wurde kleingerechnet“

Der NABU begrüßt das vom Bundeskabinett am 3. Dezember verabschiedete Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE)  grundsätzlich, sieht aber erhebliche Defizite in einzelnen Sektoren.

Damit Deutschland tatsächlich sein Ziel einer 40-prozentigen CO2-Reduktion bis 2020 erreichen kann, muss das Maßnahmenpaket in wesentlichen Punkten nachgebessert und konkretisiert werden. Dazu gehört, dass die Bundesregierung, allen voran das Bundeswirtschaftsministerium, mehr Ambition, Verbindlichkeit und Entschlossenheit zeigen muss. Entgegen den vorherigen Entwürfen wurde die Lücke zum Klimaschutzziel klein gerechnet. Waren vorher noch bis zu 100 Millionen Tonnen CO2-Minderung bis 2020 im Gespräch, sind es jetzt nur noch zwischen 62 und 82 Millionen Tonnen. Ob diese überhaupt erreicht werden, bleibt fraglich. Statt Hätte-Könnte-Sollte-Programmen müssen zumindest sämtliche CO2-Einsparmaßnahmen, die nun auf dem Tisch liegen, zügig und verbindlich umgesetzt werden.

Abgaben im Verkehrssektor müssten steigen

Vor allem die Verzögerung des Bundeswirtschaftsministeriums zur schrittweisen Abschaltung ineffizienter Kohlekraftwerke ist klima- und energiepolitisch nicht nachvollziehbar. Gerade jetzt, wo Eon und Vattenfall angekündigt haben, sich von ihren Atom- und Kohlegeschäften zu trennen oder diese auszugliedern, muss der Druck auf die Energieunternehmen, an einer erneuerbaren und naturverträglichen Welt von morgen zu bauen, steigen. Mit der im Aktionsprogramm vereinbarten Zielvorgabe von 22 Millionen Tonnen für die emissionsreiche Stromerzeugung werden aber höchstens ein Viertel der notwendigen 100 Millionen Tonnen CO2-Einsparung bis 2020 erreicht.

Im Verkehrssektor fehlen entscheidende Vorgaben wie die Einführung der Mehrwertsteuer auf internationalen Flügen oder eine Reform der Dienstwagenbesteuerung. Auch eine Anhebung der Energiesteuer auf Kraftstoffe ist überfällig und gegenüber einer verkorksten Pkw-Maut das fairere und wirkungsvollere Instrument. Der zweitwichtigste Klimatreiber nach CO2, die Rußpartikel, findet mit keinem Wort Erwähnung.

Auf die Effizienzwende wartet der NABU ebenfalls weiterhin vergeblich. Obwohl alle wissen, dass ohne den Gebäudesektor keine Energiewende zu machen ist, bleibt der NAPE weit hinter seinen Möglichkeiten. Steueranreize, die immer noch von der Zustimmung der Länder abhängen, und ein wenig mehr Information sind zu wenig, den schlafenden Riesen Energieeffizienz endlich zu wecken.


Quelle: http://www.nachhaltigkeitsrat.de/index.php?id=8743 

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2. Sächsische Nachhaltigkeitskonferenz/Hans-Carl-von-Carlowitz-Nachhaltigkeitspreis 2014

(12.11.2014) 2. Sächsische Nachhaltigkeitskonferenz und Verleihung des Hans-Carl-von-Carlowitz-Nachhaltigkeitspreises 2014 am 12. November 2014 im Opernhaus Chemnitz.

Der Hans-Carl-von-Carlowitz-Nachhaltigkeitspreis 2014 geht an Ulrich Grober (Bildmitte) und Ernst Ulrich von Weizäcker.

Die TU Chemnitz, die TU Bergakademie Freiberg und die Sächsische Carlowitz Gesellschaft werden in Zukunft noch enger zusammen arbeiten.
Die TU Chemnitz, die TU Bergakademie Freiberg und die Sächsische Carlowitz Gesellschaft werden in Zukunft noch enger zusammen arbeiten.

Das Thema der diesjährigen Sächsischen Nachhaltigkeitskonferenz lautet: „Carlowitz weiter denken“ - ein Anspruch, dem die anwesenden Akteure und etwa 200 Gäste gerne folgten. Nach der Begrüßung durch Barbara Ludwig, Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz sowie einleitenden Worten von Dr. Dieter Füsslein (Carlowitz-Gesellschaft) unterzeichneten drei wesentliche Akteure der Nachhaltigkeit in Sachsen Kooperationsvereinbarungen. 

Umrahmt von einem Kulturprogramm erhielten Ernst Ulrich von Weizäcker und Ulrich Grober ihre Auszeichnungen aus der Hand der Chemnitzer Oberbürgermeisterin.

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Gerhard de Haan erhält Bundesverdienstkreuz am Bande für Verdienste um Bildung für nachhaltige Entwicklung

Prof. Gerhard de Haan während der Abschlusskonferenz der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung", September 2014
Prof. Gerhard de Haan während der Abschlusskonferenz der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung", September 2014

Prof. Dr Gerhard de Haan, Professor für Zukunfts- und Bildungsforschung und Leiter des Instituts Futur an der Freien Universität Berlin, ist mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

Neben seiner Arbeit als Zukunfts- und Bildungsforscher werden besonders de Haans Verdienste als Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014) gewürdigt. Die Verleihung fand am 4.11.2014 in Berlin statt.

Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission lobte das „weit überdurchschnittliche Engagement“ des Zukunfts- und Bildungsforschers: „Professor de Haan hat erheblich dazu beigetragen, dass Deutschland eine internationale Vorreiterrolle in der Bildung für nachhaltige Entwicklung erlangen konnte und von vielen anderen Ländern als Vorbild wahrgenommen wird.“

Gerhard de Haan studierte Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie an der Freien Universität Berlin. Er promovierte über das Thema „Natur und Bildung“ und habilitierte sich über „Die Zeit in der Pädagogik“. Nach einer Gastprofessur in Neubrandenburg (MV) ist er seit 1991 Professor an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Zukunftsforschung, Wissensgesellschaft und Innovationsforschung sowie nachhaltige Entwicklung. Die Zahl seiner Veröffentlichungen beläuft sich inzwischen auf über 300, darunter sind Themen wie Bildung für nachhaltige Entwicklung, Wissensgesellschaft und Risikoforschung sowie Kulturgeschichte und Bildung und Zukunft.

Neben dem Vorsitz des Deutschen Nationalkomitees der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ arbeitet er in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien mit. 

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Sächsischer Koalitionsvertrag: Pro Arbeitstag eine Aufgabe lösen...

Eine wesentliche Herausforderung für die Gestaltung der weiteren Geschicke des Freistaates Sachsen liegt in der Umsetzung des Koalitionsvertrages zwischen der sächsischen CDU und ihrem (bislang noch nicht durch Mitgliederentscheid bestätigten) Partner, der sächsischen SPD. Der Entwurf liegt seit kurzem vor und lässt angesichts einer allerorten geäußerten Zustimmung doch neugierig werden...

Es scheint mit einem kritischen Blick aus Richtung nachhaltiger Entwicklung eine Sichtung dieser mehr als 110 Seiten angezeigt. Dies umso mehr, als Sachsen es in den vergangenen Jahren Regierungszeit selten oder nie vermocht hat im Bereich von „Nachhaltigkeit“ wirklich Bahnbrechendes auf die Schiene zu bringen:  Eine wenig hilfreiche sächsische Nachhaltigkeitsstrategie, wenig Originelles anlässlich der 300. Wiederkehr des Erscheinens von Carlowitz` „sylvicultura oeconomica“ in Leipzig sowie eine stiefmütterliche Behandlung von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) in den Jahren der UN-Dekade (2005-2014) lassen den Wunsch nach mehr Inhalt nicht nur in diesen Bereichen aufkeimen. Sachsen als „billiges“ Fachkräfteland in der Außenkommunikation zu positionieren, zählte auch nicht zu Ruhmestaten im Kontext nachhaltiger Entwicklung.

Auffallend beim ersten Lesen des Koalitionsvertrages ist die Fülle der beabsichtigten Handlungen: Abstimmen, auflegen, ausbauen, beteiligen, digitalisieren, entfalten - es lässt sich bis hin zum Prüfen, Stärken, Verzahnen, Verzichten und „Wollen“ eine angestrebte Handlungs- und damit vielleicht auch Wandlungsdynamik für und in „Unserem Sachsen für Morgen“ erahnen, die aufhorchen lässt. 

Eine erste Hochrechnung aller angestrebten Tätigkeiten im Koa-Vertrag führt folgelogisch zu mehr als 1.000 anstehenden Aufgaben/Projekten in den nächsten vier Jahren, wenn man die Zeilen des Koalitionsvertrages sich 1:1 umgesetzt vorzustellen vermag. 

Nun sollte dieser Koalitionsvertrag noch operationalisiert, also in Schritte und Schrittfolgen übersetzt werden, die den Wählern wie auch den verantwortlichen Akteuren aller mitregierenden Parteien klare Sicht voraus ermöglichen. - Platz für wirklich "nachhaltige Entwicklung" scheint reichlich vorhanden...

Spannend, sich zu den 1.000 Aufgaben auch deren Vorbereitung, die Antrags- und Beschlussfassung sowie ihre Umsetzung und Evaluation vorstellen zu wollen... - Ergibt im Schnitt für die nächste Legislaturperiode: Pro Arbeitstag etwa eine Aufgabe lösen...

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Verstehen. Umdenken. Gestalten! - Cradle to Cradle Kongress in Lüneburg 

Verstehen. Umdenken. Gestalten!
Unter diesem Motto steht der erste Cradle to Cradle Kongress am 15. November 2014 in Lüneburg.

Verschiedenste Wirtschaftsbereiche werden die Chancen, Möglichkeiten und Potentiale des Cradle to Cradle Konzepts in Wirtschaft und Alltag diskutieren.

Der Cradle to Cradle Kongress bringt erstmalig Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft zusammen, die sich mit dem Cradle to Cradle Design-Konzept beschäftigen oder sich dafür interessieren.

Vom engagierten Bürger über Wirtschaftsvertreter bis zu Kulturschaffenden – sie alle werden über die Welt diskutieren, in der wir leben wollen. Die Referenten zeigen Lösungen für die Lebenswelt von morgen: Wie Dinge, die wir tagtäglich benutzen, beschaffen sein müssen, damit sie nie zu Müll werden. Wie Produkte beschaffen sein müssen, die nicht krank machen. Wie Quartiere mit Lebensqualität statt schnöder Baugebiete gestaltet werden können. Die Referenten zeigen, was einen positiven Fußabdruck ausmacht!

 

Das Programm sowie weitere Informationen zu Anmeldung und Anfahrt auf www.c2c-kongress.de

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Zukunft der BNE gemeinsam gestalten

Zukunft der Bildung für nachhaltige Entwicklung gemeinsam gestalten

 

(30.09.2014; J.A.) In Bonn ist am 30. September 2014 die nationale Konferenz zum Abschluss der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) zu Ende gegangen.

In der gemeinsamen verabschiedeten "Bonner Erklärung 2014" ziehen rund 500 Nachhaltigkeitsexperten eine überwiegend positive Bilanz. Besonders erfreulich finde ich, dass es in buchstäblich den letzten Minuten vor Verabschiedung der Bonner Erklärung 2014 noch gelungen ist, Kultur als wesentlichen Faktor in diese Erklärung mit aufzunehmen. Das freut mich; das versöhnt mich. So hat sich der Einsatz im Vorfeld und im Verlauf der Konferenz doch gelohnt! Es zeigt sich, dass die Initiativen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in den letzten zehn Jahren bewirken konnten, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland kein Nischenkonzept mehr ist.

Jörg Asshoff

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„Edition Open Sources“: Quellen der Wissenschaftsgeschichte werden digitalisiert frei zugänglich

Durch Kooperation des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) mit der History of Science Collection und dem Department for the History of Science an der University of Oklahoma (OU) wird dieses digitale Angebot möglich.

 

Die „Edition Open Sources“ wird Primärquellen der Wissenschaftsgeschichte digital für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Jede Ausgabe, bisher umfasst der Katalog sechs Werke, präsentiert eine Originalquelle zusammen mit Transkriptionen und kritischen Analysen. Über die Internetplattform www.edition-open-sources.org sind kostenfrei ein PDF und eine e-Book-Ausgabe zu beziehen. Wer ein gedrucktes Buch in der Hand halten möchte, bestellt über Print-on-Demand und bezahlt dafür.

Ein interessantes Projekt unter "Creative Commons Attribution-Non Commercial-Share Alike 3.0 Germany (cc by-nc-sa 3.0) Licence", was der Allgemeinheit den freien Zugang ermöglicht.

 

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Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Um-Lernen“ statt „Dazu-Lernen“

12.06.2014; 19:00 Uhr Koeppenhaus – Internationales Kulturaustausch-Zentrum e.V.

Bahnhofstr. 4/5

17489 Greifswald

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Um-Lernen“ statt „Dazu-Lernen“

Vortrag von Jörg Asshoff, Projektleiter eines UNESCO-Projektes zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE)

 

 

 

- Die Veranstaltung ist offizieller Beitrag zur UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" -

 

Zukunft braucht nachhaltige Entwicklung. Als Alternative zu diesem Entwicklungspfad stünde nur der „Kollaps“ auf der Tagesordnung. Wie sich in diesem Kontext eine neue Wertstellung von Bildung durchzusetzen beginnt, ist wesentlicher Orientierungspunkt dieser Veranstaltung. Es offenbart sich der Zusammenhang von notwendiger Abkehr von bisher gut geheißenen allgemeinen- sowie ökonomischen Grundansichten. – Die Weltgemeinschaft bedarf zu ihrem Arterhalt eines neuen Denkens, das in einem entsprechenden Bildungs- und Kompetenzverständnis seine neuen Ausprägungen findet: „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE)

 

Die Veranstaltung ist Teil von Conquering Places. Ein interdisziplinäres Projekt, das als Labor angelegt ist. Es findet von Mai bis Juni 2014 an verschiedenen Orten in Greifswald statt und vereint Künstler, Autoren und Wissenschaftler, die gemeinsam ein Experimentierfeld bilden. Austausch, Diskussion, Forschung.

 

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Neuer Stellvertreter des Parlamentarischen Beirats des Deutschen Bundestages für Nachhaltige Entwicklung gewählt

(16.04.2014) In seiner letzten Sitzungswoche vor der Osterpause hat der Parlamentarische Beirat des Deutschen Bundestages für Nachhaltige Entwicklung Dr. Lars Castellucci einstimmig zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. „Ich werde mich überparteilich dafür einsetzen, dass das Thema Nachhaltigkeit im politischen Handeln von Bundestag und Bundesregierung weiter gestärkt wird und der Beirat politische Impulse liefert“, erklärte Castellucci.

Der Beirat war vor zehn Jahren, im März 2004, erstmalig vom Deutschen Bundestag eingesetzt worden. „Die Arbeit des Beirates ist langfristig orientiert. Er kann unabhängig über sein Arbeitsprogramm bestimmen. Das sind Vorteile, die ich nutzen möchte, um nachhaltig Politik zu gestalten”, so Castellucci. Er ist Professor für Nachhaltiges Management an der Hochschule der Wirtschaft in Mannheim mit Schwerpunkt Kommunalmanagement.

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Future-Earth-Forschung im Aufwind

"Safety space for humanity": Die Future Earth Forschung beschäftigt sich mit Themen und Problemstellungen, die inter- und transdisziplinär gelöst werden sollen. Sie sieht ihren Schwerpunkt darin, Lösungsansätze zu formulieren, damit sich Gesellschaft und Institutionen global nachhaltig entwickeln. Die Themenschwerpunkte liegen auf "Dynamic Planet", also der Frage, wie ein "safety space for humanity" in Anlehnung an das Rockström Modell gesichert werden kann. Ein zweiter Schwerpunkt "Globale Entwicklung" stellt die gerechte Verteilung von ökologischen und ökonomischen Ressourcen in den Mittelpunkt und ein dritter Schwerpunkt betrachtet die Transformation und die Entwicklung von Narrativen, Normen und Werten ebenso wie Technologien, um eine nachhaltige Zukunft zu befördern. Mit dem ersten German Future Earth Summit vom 27. bis 28.01.2014 in Berlin wurde der Raum für einen inhaltlichen Austausch von interessierten Akteuren geschaffen.

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Überlegungen zur Ostsee-Schifffahrt – Veröffentlichung

Das Projekt "Politikempfehlungen für eine nachhaltige Schifffahrt in der Ostseeregion" (SHEBA) führte einen Workshop mit Teilnehmern aus den verschiedenen schifffahrtsbezogenen Sektoren durch. Dabei wurden die Umweltbelastung und mögliche künftige Auswirkungen der Schifffahrt auf die Ostsee diskutiert. Dieser Policy Brief fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und steht als Download zur Verfügung.
http://ecologic.eu/de/13555